Was bedeutet nachhaltiges Banking?

Wir müssen reden. Über ein Thema, das uns allen sehr wichtig ist, über das wir aber viel zu selten sprechen. Es geht um Geld! Wusstest du, dass die großen Banken möglicherweise mit deinem Geld Waffenhersteller oder Kohlekraftwerke finanzieren? Ok, du gehst vielleicht noch zur Schule, studierst oder machst eine Ausbildung – und  dein Konto schwimmt jetzt gerade vielleicht noch nicht in einem Pool großer Scheine. Trotzdem sollten wir uns dringend damit beschäftigen, was nachhaltige Banken besser als andere Banken machen.

Problem Nummer eins bei den großen Banken ist mit Sicherheit die fehlende Transparenz. Niemand weiß eigentlich so genau, was mit dem ganzen Geld passiert, das bei der Bank liegt. Und nicht zuletzt die Finanzkrise hat unser Vertrauen in die Banken extrem erschüttert. Was wir inzwischen wissen, ist, dass große Banken mit viel Geld spekulieren, mit heiklen Finanzprodukten handeln und ordentlich Lobbyarbeit betreiben. Hinzu kommen Investitionen der Banken in Rüstungsgeschäfte, Atom– und Kohlestrom, in Unternehmen, die Arbeits- und Menschenrechte verletzen oder die Umwelt zerstören. Für die Banken ist es wichtiger, kurzfristige Profite zu erzielen als eine langfristige nachhaltige Entwicklung zu fördern.

Die nachhaltige Alternative

Auch wenn die Zahlen auf deinem Konto überschaubar sind – die Unterstützung solcher Banken muss nicht sein. Zum Glück gibt es inzwischen mehrere, nachhaltig arbeitende Alternativen. Beim nachhaltigen Banking geht es für uns Kund*innen also in erster Linie darum, das Geld, das bei der Bank liegt, für positive Zwecke einzusetzen. Die Abwicklung aller Geldgeschäfte soll fair, ethisch, ökologisch nachhaltig und transparent sein. Grüne oder soziale Banken verzichten also auf zweifelhafte Geschäfte und investieren das Geld sinnvoll. Zu ihren Investitions-Branchen zählen u.a. erneuerbare Energien, soziale Projekte wie Kinderdörfer oder Betreuungsanlagen für Senioren oder die Bio-Landwirtschaft.

Hilfe im Banken-Dschungel

Der Fair Finance Guide kann dir helfen herauszufinden, wie deine Bank in Sachen Nachhaltigkeit abschneidet. Er beurteilt Richtlinien, die Banken bei der Kreditvergabe an Unternehmen, bei ihren eigenen Investitionen und ihrer Vermögensverwaltung anwenden. Diese Richtlinien bewertet der Fair Finance Guide anhand von 15 Themenbereichen, zu denen z.B. die Themen Menschenrechte und Rüstung zählen. Dafür wertet er die für jede Bank öffentlich zugänglichen Dokumente wie Jahres- und Nachhaltigkeitsberichte oder Presseerklärungen aus. Herauskommt eine umfängliche Übersicht zu den Praktiken deutscher Banken. Auf der Website lässt sich auch nach den Themenbereichen filtern, so dass man auf einen Blick sehen kann, welche Bank beim eigenen Herzensthema wie abschneidet.

Die nach eigenen Angaben erste Ökobank der Welt ist die GLS Gemeinschaftsbank. In den 1980er Jahren etablierte sie sich als erste deutsche Bank mit nachhaltigen Anlageprodukten. Damit traf sie damals den Puls der Zeit: Nach den Jahren des Wettrüstens sehnten sich die Menschen nach Frieden ohne Waffen und forderten vor allem, Aufrüstung nicht mehr zu unterstützen. Wenn du ein Konto bei der GLS Bank eröffnest, kannst du sogar selbst entscheiden, in welchem Bereich dein Geld angelegt werden soll – z.B. im Bereich ökologische Landwirtschaft, regernative Energien oder nachhaltiges Bauen. Rund 200.000 Kund*innen nutzen diese Art des nachhaltigen Bankings.

Der Newcomer setzt auf das Smartphone

Ein echter Neuling in Sachen nachhaltigem Banking ist Tomorrow. Das Projekt, wie sie selbst sagen, soll einen Beitrag für eine bessere und nachhaltigere Zukunft leisten. Das Team glaubt, dass Geld ein Teil der Lösung dafür ist. Seit Ende letzten Jahres bietet Tomorrow ein „Konto für alle, die in der Hand ein Smartphone und im Inneren einen gesunden moralischen Kompass tragen“. Du verwaltest dein Girokonto bei Tomorrow also einfach auf deinem Smartphone und bei der Zahlung mit Karte förderst du direkt Projekte zum Schutz des Regenwalds. Das Besondere bei Tomorrow ist mit Sicherheit die hohe Transparenz und der direkte Austausch mit den Kund*innen. Das Projekt ist noch jung und entwickelt sich von Tag zu Tag weiter. Im Tomorrow-Forum stehen deswegen das Team und die Community im Austausch und arbeiten gemeinsam an Verbesserungen.

Ok, das war viel Input, vor allem, wenn du dich bisher noch nicht so viel mit Finanzen und dem Bankwesen auseinandergesetzt hast. Wir hoffen, dass dieser Text zumindest ein Anreiz war, in Zukunft bewusster darüber nachzudenken, was mit dem eigenen Geld passiert, wenn es auf der Bank liegt. Und wenn der Text für dich der Anstoß zum Wechsel war, dann nur Mut! Denn wir sind jung – und brauchen das Geld.

Bildquelle: unsplash.com Urheber: Christian Dubovan

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