Wasser – Ein Kampf ums Überleben

Mehr als 70 % der gesamten Erdoberfläche besteht aus Wasser. Genauso bestehen auch wir Menschen aus Wasser. Wir (ver-)brauchen täglich Wasser, wenn wir unsere Zähne putzen, kochen, duschen und natürlich wenn wir trinken, damit wir überleben. Wasser ist also eine elementare Existenzgrundlage. Ohne Wasser gibt es kein Leben. Das ist Fakt.

Wasser ist für uns Europäer*innen so selbstverständlich wie Luft zum Atmen. Ich wette, dass die wenigsten Menschen in Deutschland im Alltag an bewussten Wasserkonsum denken. Natürlich dreht man mal beim Shampoonieren den Wasserhahn zu, aber nicht aus Umweltbewusstsein, sondern vielmehr aus dem Grund, dass es zu kostspielig wird. Es wird aber Zeit, dass sich unser Bewusstsein ändert. Obwohl wir noch nicht direkt betroffen sind, herrscht in vielen Gebieten der Erde schon längst Wasserknappheit.

Abbildung Wasserstress. © World Resources Institute (WRI)

Wusstet ihr schon, dass insgesamt einem Viertel der Weltbevölkerung akuter Wassermangel droht? Die Abbildung zeigt den Wasserstress von 189 Ländern, besonders betroffen sind 17. Zu den wasserärmsten Ländern gehören unter anderem Zypern und Jordanien. Letzteres ist das zweitärmste Land im Bezug auf Frischwasser. Diese Länder müssen bereits ihren täglichen Wasserkonsum rationieren. Etwas Unvollstellbares für uns, nicht wahr? Der Zugang zu Wasser ist ein großes Privileg.

Jordanien hängt mittlerweile schon vom Grundwasser ab. Dieses wird im Normalzustand erst dann benutzt, wenn alle Oberflächenreserven ausgeschöpft wurden. Viele Einwohner*innen der wasserarmen Länder fühlen sich auch gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen. Die UN berichtet, dass bis 2030 700 Millionen Menschen umsiedeln könnten. Die Situation ist also nicht unbedenklich.

Warum dieser Wasserstress?

Als Hauptursache dieser Wasserkrise wird der zu hohe Wasserverbauch der Industrieländer durch Bewässerung genannt. Zudem verschärft der Kimawandel die Situation der Menschen mit steigenden Temperaturen und immer weniger Regen. Im Allgemeinen herrscht eine gewisse Ungleichheit des Wasserkonsums auf der Welt. Nach Angaben des Bildungsservers Klimawiki stehen in den ländlichen Regionen afrikanischer Trockengebiete der Bevölkerung nur 20 l/Tag zur Verfügung. Ein*e US-Bürger*in verbraucht dagegen 300 l/Tag, ein*e EU-Bürger*in 150 Liter. Mithilfe von Zahlen und Fakten wird der Ausmaß der Wasserkrise erst richtig deutlich.

Auch Global Player im Spiel

Als wäre der allgemeine Wassermangel bestimmter Länder nicht schon schwer genug, machen bekannte Großkonzerne den armen Einwohner*innen dieser Gebiete das Leben durch den Trinkwasserankauf und den anschließenden überteuerten Weiterverkauf an diese nicht einfacher. Weltweit werden immer mehr Trinkwasserquellen von großen Unternehemen aufgekauft. Der Verkauf von abgefülltem Quellwasser ist eines der profitabelsten Geschäfte auf dem Getränkemarkt. Es profitieren aber nur die großen Konzerne davon, während die kleinen, einheimischen Unternehmen versuchen zu überleben. Die Global Player erschweren also nicht nur das Leben der auf das Wasser Angewiesenen, sondern auch das der kleinen Verkäufer*innen.

Was können wir tun?

Unsere Ernährungsgewohnheiten wirken sich auf die Wasserkrise aus. Allein für die Herstellung von 1 kg Rindfleisch werden 15.500 Liter Wasser verbraucht! Aber wir können etwas dagegen tun, zum Beispiel indem wir wasserintensive Lebensmittel meiden und regional wie saisonal essen. Außerdem brauchen wir nicht unnötig viel Kleidung zu kaufen, denn Produkte aus Baumwolle sind ebenso wasserintensiv. Wasser heißt Leben und daher sollten wir achtsamer sein, uns bestenfalls informieren und ausbeuterische Unternehmen nicht unterstützen. Zusätzlich kann man sich natürlich auch anderweitig noch engagieren. Was auch sehr wichtig ist: Kinder und Jugendliche bezüglich des Themas aufzuklären und zu sensibilisieren.

Beitragsbild: Photo by Katja Just on Pixabay.

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