Die 10×10-Challenge – für mehr Achtsamkeit im Kleiderschrank

Dein Kleiderschrank quillt über? Beim Durchwühlen deiner Klamotten hast du schon öfter ein vergessenes Teil gefunden, das eigentlich noch super schön ist? Du belächelst die Messie-Leute, zu denen Marie Kondo zu Besuch kommt, weißt aber ganz genau, dass es in deiner Zimmerecke nicht besser aussieht? Zeit, etwas zu ändern! Die 10×10-Challenge kann dir helfen, mehr Ordnung in deinen Kleiderschrank zu bringen, und vor allem dich in Achtsamkeit zu üben.

Die Regeln der Challenge sind einfach: Wähle zehn Kleidungsstücke aus deinem Kleiderschrank aus, die du an zehn Tagen tragen wirst. Davon ausgenommen sind Unterwäsche, Sportkleidung, Taschen, Schmuck und Accessoires. Du kannst im Voraus bereits deine Outfits für die zehn Tage planen, das macht die Auswahl einfacher. Am besten eignen sich natürlich einfarbige Basics, die man leicht miteinander kombinieren kann. Aber auch ein vergessenes Lieblingsstück kann Teil der 10×10-Challenge werden, um es wieder ins Bewusstsein und den Alltag zu holen.

Bewusstsein für den Wert eines Kleidungsstücks

Wenn du die zehn Tage durchgezogen hast, wird dir mit Sicherheit bewusst, dass wir für den Alltag eigentlich gar nicht so viele Klamotten benötigen. Nach der Challenge kannst du achtsamer deinen Kleiderschrank ausmisten. Klar, nicht alles muss direkt in den Spendensack. An manchen Teilen hängen Erinnerungen, die man nicht einfach weggeben möchte. Doch ein aufgeräumter Kleiderschrank schafft nicht nur Ordnung im eigenen Zimmer, sondern auch im Kopf. Wenn wir uns von der Flut an materiellen Dingen lösen, schaffen wir Bewusstsein für den Wert und den Hintergrund, den ein Kleidungsstück besitzt. Wir müssen nicht alle zwei Wochen in ein Geschäft rennen, denn uns ist viel bewusster, was wir besitzen und was uns fehlt. Nur dann können wir eine bewusste Entscheidung darüber treffen, ob wir ein neues Teil kaufen.

Am besten wäre es dann natürlich, faire Mode einzukaufen oder in einem Second-Hand-Laden nach etwas Passendem zu suchen. Das ist nicht immer einfach oder bezahlbar. Aber allein das Bewusstsein darüber stärkt unsere Achtsamkeit und unseren Willen, nachhaltiger zu leben. Ein Idealzustand für den eigenen Kleiderschrank wäre dann eine Capsule Wardrobe, also eine saisonale Garderobe. Die Capsule Wardrobe besteht aus einer begrenzten Anzahl an Kleidungsstücken, die sich einfach miteinander kombinieren lassen und damit leicht in den Alltag zu integrieren sind. Denn auch hier steht im Vordergrund, dass so wenige Kleidungsstücke wie möglich zum Einsatz kommen.

Ziel: Capsule Wardrobe

Susie Faux, Inhaberin der Londoner Boutique „Wardrobe“, prägte in den 70er Jahren den Begriff der Capsule Wardrobe. Sie beschrieb damit die Auswahl von ein paar wenigen „essential items“, die nicht aus der Mode kommen. Dazu gehören zum Beispiel ein Rock, eine Hose, ein Oberteil oder ein Mantel. Die Auswahl kann auch je nach Jahreszeit angepasst werden. Die New Yorker Designerin Donna Karan brachte die Idee der Capsule Wardrobe schließlich unter die Leute. 1985 veröffentlichte sie eine Kollektion von sieben miteinander kombinierbaren Kleidungsstücken. Das Ziel der eigenen Capsule Wardrobe sollte es schließlich sein, für jede Gelegenheit ein passendes Outfit zu haben, ohne enorm viele Kleidungsstücke zu besitzen.

Lust bekommen, auszumisten? Einige Blogger*innen haben die 10×10-Challenge bereits durchgezogen und berichten darüber, zum Beispiel hier oder hier. Starte doch mit ein paar Freund*innen die 10×10-Challenge! Ihr könnt euch gegenseitig inspirieren und die zehn Tage gemeinsam durchziehen. Für mehr Klarheit im Kleiderschrank – und im Kopf.

Bildquelle: unsplash.com Urheber: Priscilla Du Preez

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