Karte und Notizbuch von Clay Banks auf Unsplash

Fernweh zu Pandemiezeiten: Eine Chance das eigene Reiseverhalten zu reflektieren

Einige Menschen auf der Welt waren noch nie so lange am Stück am selben Ort wie seit Beginn der Corona-Pandemie. Nicht nur Dienstreisen fallen aus, sondern für viele der langersehnte Urlaub und eine damit verbundene Reise. Oft heißt Urlaub, dass eine Reise ins Ausland ansteht. Es ist eine schöne Möglichkeit nahe und ferne Länder zu bereisen und andere Lebenswelten zu erkunden. Auch wenn das spannend ist und das eigene Weltbild erweitert, bedeutet es leider auch: Mein ökologischer Fußabdruck wird größer und größer. Daher kann man die Absage der Reise vielleicht einfach nutzen, um über das eigene Reiseverhalten und nicht nur deren ökologische, sondern auch soziale Auswirkungen nachzudenken.

Wo liegt mein Urlaubsziel?

Zunächst stellt sich die Frage, an welchem Ort man seinen Urlaub verbringen möchte. Je weiter weg, desto unbekannter, neuer und spannender – scheint es zunächst. Aber lerne ich dann nicht womöglich ein fernes Land von mehr Seiten kennen als meine nähere Umgebung? Gezwungenermaßen mussten aktuell viele Leute ihr Urlaubsziel auf das Land, in dem sie leben, verlegen. Zum einen aus Sorge vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus im Ausland, zum anderen schlicht, weil der Reiseverkehr eingeschränkt wurde oder nicht klar ist, ob er erlaubt sein wird. Damit kann zum Beispiel die Nord- und Ostsee, die Mecklenburgische Seenplatte, der Taunus oder das Allgäu plötzlich nicht mehr langweilig erscheinen, sondern den Zugang zu schöner Natur und Entspannung bieten.

Mit welchem Verkehrsmittel verreise ich?

Je weiter weg ein Urlaubsziel liegt, desto wahrscheinlicher ist die Reise per Flugzeug. Dass das hohe CO2-Emissionen bedeutet, ist spätestens seit der Fridays For Future-Bewegung keine Überraschung mehr. Es kann helfen, sich für die Reise eine angemessene Zeit zu nehmen und zu prüfen, ob es eine Verbindung mit der Bahn gibt. Ist eine Stunde Flug, um eine Strecke von hunderten Kilometern zurückzulegen, nicht eh merkwürdig?

Auch die Fortbewegung im Urlaub kann ich versuchen mit Nahverkehr statt einem Mietauto zu organisieren.

Wo werde ich schlafen?

Einfach hin, in irgendein Hotel einchecken, dann die Top Tipps des Reiseführers abklappern und am nächsten Tag schnell weiter in den nächsten Ort und das Spiel von vorne. Kann man machen, gibt einem aber auch keinen wirklichen Einblick in den Ort oder das Land.

Als erstes stellt sich die Frage welche Unterkunft sich anbietet. Utopia hat dafür Öko-Reiseportale zusammengestellt, die nachhaltige Unterkünfte aufführen. Gleichzeitig lohnt es sich, nach Unterkünften von kleineren, unbekannteren Anbietern zu suchen. Auf der Buchungsplattform Vaolo gibt es zum Beispiel Angebote von abgelegeneren Gemeinschaften, die Vaolo miteinander vernetzt.

Wie bereite ich mich auf die Reise vor und wie verhalte ich mich dort?

Der Urlaub beginnt vom Gefühl her meist mit dem Rucksack- oder Kofferpacken. Davor kann die Vorfreude noch mehr gesteigert werden und dabei gleichzeitig das Reisen fair und verantwortungsvoll geplant werden. Informationen zum Reiseziel sind interessant, erleichtern das Eingewöhnen und können ein Grundverständnis für eine noch fremde Region aufbauen.

Viele nützliche Tipps stellen fair unterwegs und tourism watch für alle Bereiche der Reiseplanung zur Verfügung. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk darauf, den Menschen auf Augenhöhe zu begegnen und sich fair und sozial verantwortlich zu verhalten.

Die Reiseentscheidung liegt letztlich bei jedem selbst, eine gut geplante Reise kann den Urlaub zu einem intensiveren Erlebnis machen – und dabei alle Beteiligten einbeziehen.


Das Beitragsfoto ist von Clay Banks auf Unsplash.

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