black lives matter Slogan, von Obi Onyeador auf unsplash

Rassismus und was wir dagegen tun können

Der 25.05.2020 wird wohl in die Geschichte eingehen. Es war der Tag, an dem der Afroamerikaner George Floyd in Minneapolis von einem Polizisten umgebracht wurde. Dieser kniete minutenlang auf George Floyds Hals, bis er schließlich starb.

Seitdem scheint nichts mehr wie es war. Man sieht, wie tausende und abertausende Menschen auf die Straße gehen, um gegen Rassismus zu protestieren.

Es tut sich nun einiges in den Polizeistrukturen: Polizisten dürfen nun in Los Angeles keine Würgegriffe mehr anwenden, in Minneapolis wird höchstwahrscheinlich eine demokratisch legitimierte Bürgersicherung die Rolle der Polizei übernehmen und in Washington D.C. wird die Straße vor dem Weißen Haus in „Black lives Matter Plaza“ umbenannt. Doch struktureller Rassismus ist nicht nur im Polizeiwesen sichtbar, nur dort leider besonders brutal.

Struktureller Rassismus

Rassismus ist auch in anderen Bereichen zu finden, zum Beispiel in Bewerbungsverfahren. Studien, wie beispielsweise des  beweisen klar, dass häufig Personen mit erkennbarem Migrationshintergrund seltener zu Bewerbungsgesprächen eingeladen werden (zeit.de).

Wie stark Rassismus in eigentlich allen Lebensbereichen verankert ist, zeigt der Brennpunkt von Carolin Kebekus in der ARD deutlich: Rassismus ist allgegenwärtig. Von Bemerkungen wie „Du siehst exotisch aus“ über die stereotype Vergabe von Fernsehrollen an POCs bis hin zu rassistischen Übergriffen schildern Betroffene ihre Erfahrungen. Dieser Beitrag und viele mehr zeigen, wie wichtig es ist, als Nicht-Betroffene*r jetzt zuzuhören und zu respektieren, was betroffene Menschen erzählen.

Was können wir alle jetzt tun?

Doch da darf die Aktion nicht aufhören. Menschen, die nicht von Rassismus betroffen sind, müssen bei sich selbst ansetzen. Ein Kernbegriff hierbei ist „kritisches Weißsein“. Der Hauptgedanke dahinter ist, sich als weiße Person den Privilegien bewusst zu werden, von denen man allein durch seine Hautfarbe tagtäglich profitiert. Mehr zum Thema kritisches Weißsein gibt es in diesem Artikel des Deutschlandfunk.

Wir können alle noch etwas dazulernen beim Thema Rassismus und sollten dies auch tun.

Informieren wir uns!

Jede*r hat diese Momente am Tag, an denen er/sie die Zeit totschlägt. Wie wäre es stattdessen, sich mit dem Thema Rassismus auseinanderzusetzen? Wir haben nur ein paar von vielen Quellen aufgelistet, um genau das zu tun:

Thisisjanewayne: Ein sehr ausführlicher Blogbeitrag dazu, was weiße Menschen jetzt tun können. Er enthält Buchtipps, weitere Artikel und einiges an Videomaterial zum Thema Rassismus. Man kann Stunden allein mit diesen Tipps verbringen!

Das Portal Globales Lernen stellt Bildungsmaterialien zu Eine-Welt-Themen vor. Unter der Fokusrubrik Rassismus finden sich Unterrichtsmaterialien, aber auch spannende Hintergrundinformationen oder Filme, die sich mit Rassismus auseinandersetzen.

Global Citizen bietet mehrere Artikel zum Thema. Auch hier werden Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt und erläutert, warum man sich auch als nicht-betroffene Person gegen Rassismus aussprechen sollte.

Auch wir von der Eineweltblabla-Redaktion beschäftigen uns nicht zum ersten Mal mit dem Thema Rassismus. Findet hier unsere älteren, aber deshalb nicht weniger aktuellen Beiträge zum Thema. Besonders diesen Beitrag über den TedTalk „Die Gefahr einer Geschichte“ legen wir euch ans Herz.

Podcasts sind ebenfalls eine gute Möglichkeit, zuzuhören und dazuzulernen. Kinboytalks (hier auf Spotify verlinkt) beispielsweise ist ein afrodeutscher Podcast, der aktuelle Themen aus der Sicht der Schwarzen diasporischen communities diskutiert. Weitere Podcast-Tipps zum Thema gibt es hier.

Außerdem bietet die Vielfalt-Mediathek einige Texte zu Themen rund um Rassismus. Einige sind besonders interessant für Menschen in der politischen Bildungsarbeit, aber die Mehrzahl ist für alle Interessierte*n spannend.    

Erfahrungen teilen

#wasihrnichtseht ist ein Projekt von Dominik Lucha, bei dem es Menschen, die Rassismus erfahren haben, ermöglicht wird, anonym ihre Erfahrungen zu teilen. Es ist traurig und macht wütend zugleich, diese zu lesen. Mehr dazu hier.  

Mit dem Afrozensus gibt es auch einen offiziellen Ansatz, um Erfahrungen mit Rassismus publik zu machen. Zum ersten Mal werden dieses Jahr Schwarze, afrikanische und afrodiasporische Personen offiziell aufgerufen, „ihre Lebensrealitäten, Diskriminierungserfahrungen und Perspektiven zu teilen“. Ins Leben gerufen wurde diese Initiative von Each One Teach One. Der Verein stellt afrodiasporische Literatur zur Verfügung und weist auf Veranstaltungen der Black Comunities in Deutschland hin. 

#KritischesWeißsein, gestartet von Malcolm Ohanwe, beleuchtet das Thema von der anderen Seite. Dabei posten weiße Menschen über Momente in ihrem Leben, in denen ihnen klar wurde, dass sie aufgrund ihrer Hautfarbe privilegiert sind. Ebenfalls lesenswert!

Es gibt noch so viel mehr interessante Quellen, Webseiten und Medien zum Thema! Was ihr hier seht, ist nur ein sehr kleiner Ausschnitt der vielfältigen Möglichkeiten, sich zu informieren und aktiv zu werden.

Zu guter Letzt: Wenn ihr etwas Neues zum Thema Rassismus gelernt habt: Redet darüber! Mit Familien, Freunden und Bekannten. Oder teilt die Inhalte in den Sozialen Medien. Die Aussage „Wer schweigt, solidarisiert sich mit den Gegnern“ (Desmond Tutu) gibt zu denken.

Kennt ihr noch andere gute Quellen, die Rassismus thematisieren? Habt ihr noch weitere Handlungsideen? Dann kommentiert gerne diesen Beitrag!

Das Beitragsbild stammt von Obi Onyeador auf unsplash.com.

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