„Girl Rising“: Weil ich eine Frau bin.

Weil ich eine Frau bin. Diesen Satz kennen fast alle Frauen und Mädchen. Auch in dem Film „Girl Rising“ zieht sich der Satz wie ein roter Faden durch die Geschichten von neun jungen Frauen. Sie sind aus dem Zwang der jeweiligen Gesellschaft ausgebrochen und nutzen ihr Recht auf Bildung, um die Diskriminierung von Frauen zu stoppen.

Der Film „Girl Rising“ ist unterteilt in neun Kurzgeschichten aus jeweils unterschiedlichen Ländern. Als Zwischensegmente präsentiert Liam Neeson harte Wahrheiten, mit denen Mädchen täglich konfrontiert werden, um Bildung genießen zu können. Die Fakten sollen veranschaulichen, dass diese persönlichen Geschichten nicht individuell zu betrachten sind, sondern die Realität vieler Mädchen auf der ganzen Welt widerspiegeln. Es wird aufgezeigt, dass die Gründe und die Hürden, die die Mädchen überschreiten müssen, unterschiedlicher Natur sein können. Ob es sich nun um Armut, Tradition, Wert von Frauen, Naturkatastrophen, Passionen oder Religion handelt – meist sind es die Mädchen, die extra benachteiligt werden.

DIE GESCHICHTEN DER MÄDCHEN

Jede der Geschichten wurde von Schriftstellerinnen aus den jeweiligen Ländern geschrieben. Erzählt werden sie von bekannten US-amerikanischen Schauspieler*innen, dargestellt aber meist von den Mädchen selbst, deren Geschichte erzählt wird.

Die unterschiedlichen Geschichten handeln von einem Mädchen aus Ägypten, das fantasievoll und mit Gewalt gegen ihren Vergewaltiger vorgeht. Von einem Mädchen aus Haiti, das stur dafür kämpft, am Unterricht teilnehmen zu dürfen, obwohl ihre Familie die Schulkosten nach dem Erdbeben 2010 nicht zahlen kann. Von einem Mädchen aus Peru, das nun Poesie nutzt um ihren Vater, welcher sie gezwungen hat, zur Schule zu gehen, aus Dankbarkeit zu ehren. Von einem Mädchen aus Kambodscha, das Waise ist und auf der Müllhalde lebt, und deren Traum, zur Schule zu gehen, dennoch wahr wird. Von einem Mädchen aus Indien, das den Gefahren der Straße ausgesetzt ist, um die Schule besuchen zu können, die jedoch Zuflucht in ihrer Kunst und der Entschlossenheit ihrer Eltern findet. Von einem Mädchen aus Nepal, welches mit Hilfe von Aktivist*innen aus Sklaverei befreit wird, Lesen und Schreiben lernt und dadurch hilft, andere Kamlari-Mädchen zu befreien. Von einem Mädchen aus Äthiopien, das jung verheiratet werden soll, doch durch das Wort „nein“ und der Unterstützung ihres Bruders frei bleibt und in die Schule gehen kann. Von einem Mädchen aus Afghanistan, das aus dem gesellschaftlichen Zwang Afghanistans und aus der von ihr erwarteten Rolle als Ehefrau und Mutter ausbricht und weitere Frauen davon überzeugt, es ihr gleich zu tun. Und schließlich von einem Mädchen aus Sierra Leone, das als Erste ihrer Familie die Schule besuchen darf und ihre eigene Radio-Show veranstaltet. In der Sendung setzt sie sich mit den Problemen ihrer Hörer*innen und ihren eigenen auseinander und verfolgt somit ihre Träume.

INDIVIDUALITÄT DURCH VIELSEITIGKEIT

Da die Machart der Geschichten sehr unterschiedlich ist, verleiht sie dem Film in jeder neuen Passage eine individuelle Sichtweise. Durch die Vielseitigkeit der Produktion spricht der Film ganz verschiedene Menschen an. Vor allem durch die Individualität der Kinder werden die Fantasien der Mädchen unterschiedlich dargestellt, aber trotzdem verständlich genug, um nicht vergessen zu lassen, dass es sich um wahre Begebenheiten handelt. Ein Dokumentarfilm, der berührt und sich nicht nur durch Fakten auszeichnet.

EIN FILM DER BERÜHRT, STARK MACHT, MUT WECKT

Der Film war somit ein Start, durch die Kraft des Geschichtenerzählens, die Sichtweise der Welt auf Mädchen und ihre Bildung zu verändern. Mit Hilfe der Geschichten werden lokale Partnerschaften gegründet, um gegen Frauendiskriminierung zu arbeiten. Die Geschichten regen zum Nachdenken an und sollen dazu beitragen, dass jedem Mädchen ein Bildungsweg offen steht und die Unterdrückung gestoppt wird.

Abschließend kann ich nur den Leitsatz unterstützen, der sich durch den Film zieht:

„ONE GIRL WITH COURAGE IS A REVOLUTION“!

 

-Lea Pulter-

 


Das Beitragsbild ist von David Monje auf Unsplash.

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