EineWeltBlaBla_Pantanal

Das Pantanal – Wassermangel und Dürre in Brasilien

Die Abholzung des Amazonas ist ein massives Problem und hat weitreichende Auswirkungen auf Menschen, Tiere und das Klima. Doch nicht nur der Amazonas ist in Gefahr. Auch das Pantanal, das größte Feuchtgebiet der Welt, leidet unter dem Menschen und den Auswirkungen des Klimawandels. Da es zu immer längeren Trockenperioden kommt und Niederschläge ausbleiben, trocknet das Feuchtgebiet buchstäblich aus. Die verdorrten Gebiete sind wiederum sehr anfällig für Waldbrände, eine weitere Gefahr für Menschen und Tiere. Hinzu kommt die Politik von Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro, der sich herzlich wenig um den Klimawandel schert. 

Das Pantanal

Weltweit ist das Pantanal das größte Feuchtgebiet auf Binnenland und ca. halb so groß wie Deutschland. Der Großteil des Gebiets liegt auf brasilianischem Land, ein kleinerer Teil in Bolivien und Paraguay. Besonders wichtig ist das Gebiet, da es als natürlicher Wasserspeicher fungiert. Durch seine durchgehend flache Beschaffenheit fließt das Regenwasser so gut wie gar nicht ab, sodass das Gebiet bis zu sechs Monate im Jahr komplett unter Wasser steht. In seiner Funktion als Wasserspeicher ist das Pantanal auch eine natürliche Barriere, um Überschwemmungen in Zeiten von massivem Niederschlag abzufangen.

Das Pantanal beheimatet laut WWF außerdem rund 240 Fischarten, 60 Amphibien- und 100 Reptilienarten sowie 650 Vogelspezies. Außerdem leben im Pantanal mehr als 120 große Säugetierarten, auch sehr seltene Arten wie der Jaguar, der Tapir und der Riesenflussotter. Zu finden sind ebenfalls mehr als 1.700 Pflanzenarten.

Wassermangel, Hitzewellen und Waldbrände

MapBiomas, ein brasilianisches Netzwerk aus NGOs, Universitäten und Technologieunternehmen, untersucht Landnutzung, Abholzung, Wasserspiegel und Brände in Brasilien. Mit der Berücksichtigung von Werten zwischen 1985 und 2020 kommen sie zu dem Schluss, dass sich die Wasseroberfläche in Brasilien in diesem Zeitraum um 15,7% verringert hat. Zwar sind alle Ökosysteme betroffen, das Pantanal mit 68% Wasserrückgang jedoch mit Abstand am meisten. Diese Übersicht zeigt besonders gut, wie stark die jeweiligen Regionen betroffen sind.

Durch die Abholzung des Amazonas steigen die Temperaturen noch stärker an als durch die globale Erderwärmung eh schon. So kommt es zu andauernden Hitzeperioden mit zu wenig Niederschlag und immer größere Flächen trocknen völlig aus.

Auswirkungen auf die Menschen

Neben der massiven Gefahr von Bränden hat der Wasserrückgang jedoch auch eine Reihe anderer Auswirkungen auf die Menschen. Brasiliens Energieerzeugung basiert zu großen Teilen auf Wasserkraft, außerdem sind die Stauseen auf das Wasser angewiesen. Vor allem aber die Agrarindustrie leidet massiv unter dem Wassermangel. Das Paradoxe daran ist jedoch, dass die Industrie selbst Mitverursacher ist. Der großflächige Anbau von Monokulturen rückt immer näher an die Feuchtgebiete ran, sodass Uferböschungen zerstört werden und Flüsse durch Ablagerungen versanden. Allein der Anbau von Monokulturen führt zu einer erhöhten Gefahr von Überschwemmungen, da die Böden weniger Wasser aufnehmen können.

Bolsonaros Antiklimapolitik

Seit Jair Bolsonaros Amtsantritt im Jahr 2019 hat sich die Situation weiter verschlechtert. Anstatt starker Klimaschutzgesetzte gibt es nur Rückschritte von Seiten der Politik: immer weniger Kontrollen, um Abholzung zu verhindern, bereits bestehende Umweltgesetzte wurden außer Kraft gesetzt. Auch die Zahl der Anbauflächen für Monokulturen sind seit Bolsonaros Amtsantritt stark gestiegen – ein weiteres Indiz für die Zeichen seiner Politik an den Klimawandel.

Einzig die indigene Bevölkerung versucht noch gegen Bolsonaros Politik standzuhalten. So berichtet ein Mann der Terena im Interview mit Deutschlandfunk Kultur von den Versuchen, ihr zurückerobertes Land wieder aufzuforsten. Als sie 2005 endlich wieder zurück auf ihr Land konnten, gab es durch den massiven Sojaanbau so gut wie keine Bäume mehr. Seitdem versuchen die Terena das Geschehene wieder rückgängig zu machen, jedoch werden auch sie von Waldbränden geplagt, die neben der Zerstörung von Bäumen auch viele Tiere töten und so das Gleichgewicht zerstören. Wichtig ist jedoch, dass sie es wenigstens versuchen.

-Leah-


Das Beitragsbild stammt von Diogo Hungria auf Unsplash.com.

No Comments

Post A Comment